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Labrador Club Deutschland e.V
Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) e.V
Fédération Cynologique Internationale

Vererbung der Fellfarbe beim Labrador Retriever

Alle Rassehunde haben bestimmte Farben, die im jeweilige Rassenstandard beschrieben werden. Der Rassenstandard des Labrador Retrivers vröffentlicht in der aktuell gültige Fassung vom Britischen Kennel Club im Jahr 2000, besagt über die Fellfarbe: einfarbig schwarz, gelb oder leber/schokoladenbraun. Gelb reicht von hellcreme bis fuchsrot. Ein kleiner weißer Brustfleck ist statthaft.

Fellfarbe beim Labrador Retriever © Farinoza / stock.adobe.com

Der Labrador Retriever ist ein Nachkomme der sog. St.-Johns-Hunde. Und mit diesen fanden die ersten gezielten Zuchtversuche in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts in England und in Schottland statt. So soll es um das Jahr 1899 zum ersten Mal einen Wurf gelber Welpen gegeben haben. Zuerst galten solche gelben Welpen als untypisch und daher wurden Welpen dieser Farbe zumeist getötet. In den folgenden Jahren aber fanden sich sowohl für die gelben als auch für die braunen, chocolate-farbenen Retriever die ersten Liebhaber. In Deutschland wurde erst spät, nämlich 1966, der erste Labrador-Wurf beim VDH eingetragen.

Das Regelwerk der FCI (Fédération Cynologique Internationale) schreibt für den Labrador lediglich drei Farben vor: „Schwarz“, „Gelb“ und „Chocolate“.

Betrachtet man die Zeit der Jahrhundertwende um 1900, waren alle Labrador Retriever noch schwarz. Einträge in den Zuchtunterlagen jedoch belegen, dass bereits im Jahr 1892 zwei leberfarbene (liver) Welpen als Nachkommen des berühmten Rüden „Avon“ gefallen sind.

Schwarzer Labrador Rüde

Es ist gesichert, dass alle Hunde, die damals nach England eingeführt worden waren, bereits das rezessive Gen trugen. Allerdings muss man auch davon ausgehen, dass alle „fehlfarbenen“, nicht schwarzen Hunde konsequent getötet wurden. Ihre Erbanlagen sah man als nicht geeignet für die Zucht an. Der erste gelbe Welpe fiel 1899 in der Zucht von Major Radclyffe. Er trug den Namen „Ben of Hyde“ und hatte eine Schwester namens „Juno“, die auch einige Würfe zur Welt brachte, alle Welpen waren jedoch zumeist rein schwarz.

Wie lässt sich das erklären? Nun, die Vererbungslehre war seinerzeit den Züchtern noch nicht so geläufig wie jetzt. Daher wussten sie auch nicht, dass die Anlage zur gelben Farbe rezessiv, also zurücktretend, vererbt wird. Im Gegensatz zu einer dominanten Farbanlage hat der Wurf nur dann gelbe Welpen, wenn beide Elternteile das gelbe (rezessive) Farb-Gen in sich tragen.

Mit dem gelben Rüden „Ben of Hyde“ von Major Radclyffe begann nun offiziell die Zucht gelber Hunde in England. So tauchten innerhalb dieser Zucht auch bald die ersten Labrador Retriever mit einem rötlichen, „foxred“ (fuchsroten) Fell auf und wurden innerhalb der gelben Farbgebung auch zur Zucht anerkannt. Mit Gründung des englischen Kennel Clubs wurde so nicht nur „Schwarz“, sondern auch „Gelb“ anerkannt und zur Zucht zugelassen.

In der Folge wurde Ende der 30er Jahre auch der braune Labrador anerkannt und anfangs „Liver“ (Leber) genannt. Leberfarben wurde später umbenannt in das heute festgeschriebene „Chocolate“. Der Kennel „Tibshelf“ begann mit der planmäßigen Zucht des braunen Labradors und so wurde im Jahr 1964 mit dem 1961 geborenen „Cookridge Tango“ der erste braune Labrador ein Champion im Ring.

Zugegeben, die ersten braunen Hunde fanden anfänglich wenig Anhänger und es dauerte bis weit in die 60er Jahre, bis der braune Labrador in England erste Liebhaber fand. In Deutschland setzte sich „Chocolate“ erst etwa ab 2003 vermehrt durch und es begann ein regelrechter „Run“ auf diese braunen Hunde, wohl als Folge eines Welpenfotos auf der Titelseite einer Tierzeitschrift.

Weltweit anerkannte Farben beim Labrador sind ausschließlich schwarz, gelb und braun.

Beim Labrador Retriever sind folgenden Gen-Kombinationen möglich:

Schwarz: BBEE reinerbig schwarz
BBEe schwarz, trägt gelb
BbEE schwarz, trägt braun
BbEe schwarz, trägt braun und gelb
Braun: bbEE braun, trägt kein gelb
bbEe braun, trägt gelb
Gelb mit schwarzem Pigment: BBee gelb, trägt kein braun
Bbee gelb, trägt braun
Gelb ohne schwarzem Pigment bbee

Die Farb-Gene beim Labrador

Die unglaubliche Anzahl der Farben beim Haushund wird vermutlich nur durch zwölf verschiedene Gene kontrolliert, die international mit Buchstaben bezeichnet werden: A, B, C, D, E G, K, M, P, S, T und W. Diese Gene haben unterschiedliche Wirkungen und beeinflussen entweder die Farbe an sich, die Ausdehnung einer Farbe auf Körper und Gliedmaßen oder die Abzeichen im Fell.

Melanine sind dunkelbraune bis schwarze oder gelbliche bis rötliche Farb-Pigmente, die die Färbung von Haut, Haaren, Federn und Augen bei allen Lebewesen bewirken. Dabei ist das „Eumelanin“ an den schwarz-braunen Tönen und Phaeomelanin an den rot-gelben Tönen beteiligt.

Grundsätzlich rührt die Fellfarbe des Labradors aus dem Zusammenspiel zweier Farb-Gene her. Jedes von beiden kann in verschiedenen Formen (Allelen) vorkommen. Auch die anderen Gene sind natürlich noch vorhanden, variieren in der Regel aber nicht. Bei der Beschreibung des Erbcodes (Genotyp) eines Lebewesens werden von den Genetikern üblicherweise nur die Gene von veränderlichen Allelen aufgelistet. Bei der Farbvererbung des Labradors spricht man nur vom B- und E-Gen, so bedeutet BBEE z.B. reinerbig schwarz, bbEE reinerbig braun und BBee reinerbig gelb.

Balu ist ein schwarzer Labrador Rüde, der braun trägt (BbEE)

Folgende Farbkombinationen mit der zu erwartenden Fellfarbe der Nachzucht sind möglich:

Fellfarbe Vererbung

Angaben ohne Gewähr!